„Macks jüngste Tochter ist vor Jahren entführt und wahrscheinlich umgebracht worden. Ihre letzten Spuren hat man in einer Schutzhütte im Wald gefunden, in deren Nähe die Familie auf einem Ausflug campierte. Jetzt erhält Mack rätselhafte Einladungen, die ihn aus seiner tiefen Depression reißen, in der er mit Gott über den Verlust hadert. Diese Einladungen locken ihn in die Hütte, wo er an einem bemerkenswerten Wochenende Gott, Jesus und den Heiligen Geist persönlich trifft. In furiosen Dialogen mit Gott über das Böse und den Schmerz der Welt kommt Mack zu einem neuen Verständnis von Schöpfung und Christentum.“
So der Beginn einer Rezension über das Buch „Die Hütte“ von William Paul Young, das im Moment sehr begehrt ist. Sie klingt sehr nüchtern, aber das ist der Strang der Geschichte, wenngleich sehr sachlich geschildert. Als ich das Buch vor einigen Tagen las, da erlebte ich es als alles Andere als sachlich. Der Autor W.P. Young bezeichnet sich als guten Freund des Vaters, der seine Tochter verlor und die Einladung von Gott bekam in die Hütte zu kommen, in der seine Tochter ermordet wurde. Dem Leser wird eine dramatische Ausgangssituation erzählt und eine wohl noch dramatischere Begegnung eines Mannes mit Gott – ganz persönlich, unter vier Augen! Beziehungsweise unter acht Augen, denn der Heilige Geist und Jesus sind auch noch als Personen anwesend. Gott, du bist großartig, dass du auch heute noch Menschen auf diese Art begegnest! Genau wie früher, bei Abraham oder bei Mose. Und heute kommst du immer noch so sichtbar in das Leben eines Menschen – Hallelujah!
Um es kurz zu machen: Das Nachwort des Buches hat mich, wiederum sehr sachlich, auf einen kleinen Umstand hingewiesen: Die Geschichte ist erfunden. Den Hauptdarsteller, Mack, gibt es nicht. Das Erlebnis in der Hütte ebensowenig – vielmehr hat der Verfasser Young, mithilfe anderer Schriftsteller seine Erkentnisse über die Persönlichkeit und das Wirken Gottes in eine Geschichte verpackt. Meine erste Reaktion war verstört und verärgert zugleich: „Wie kann der Typ es wagen, so mit der Gutgläubigkeit und dem Vertrauen der Leser zu spielen? Denn wie viele Bücher gibt es, in denen Menschen behaupten etwas von Gott erfahren zu haben und dies vielen Menschen weitergeben? Etliche! Wem soll man dann noch glauben?“
Dem Ärger folgte die Vermutung, dass Young so eine höhere Aufmerksamkeit der Leser zu Erreichen versucht. Beim Lesen fiel mir nichts auf, was ich aus theologischer Perspektive von meinem jetzigen Standpunkt ausschließen würde – wenn überhaupt ein paar Dinge als spekulativ bezeichnen.
Okay, aber lohnt es sich überhaupt noch den Roman zu lesen, nachdem ich das Nachwort vorweg nahm? Ja. Und ich empfehle das Buch auch jetzt noch weiter, allerdings mit dem Verweis: „Es ist ein Roman“. Aber er regt zum Staunen an, denn das Hauptaugenmerk des Buches ist auf das Wesen Gottes, des Heiligen Geistes und Jesu gerichtet. Und es ist atemberaubend zu lesen und sich von Gott bestätigen zu lassen: „Ja mein Kind, ich liebe dich wirklich so sehr. So wie Mack. Ich mache mir viele Gedanken um dich, nicht nur um die anderen Menschen. Ich wünsche mir nichts mehr für dich, als dass wir uns näher kennenlernen.“
Ja es ist wirklich atemberaubend zu lesen. Da muss ich dir recht geben