Diese schlaue Aussage (Überschrift) stammt von Konfuzius. Die Pädagogen unter uns schütteln jetzt vielleicht den Kopf und fragen sich: Hat der noch nie was von aktivem Zuhören gehört? Oder litt Konfuzius unter einer Demenz und konnte sich einfach nichts Gehörtes merken?
Ich glaube Konfuzius konnte gut zuhören und gerade auch von anderen Menschen profitieren.
Und dennoch so eine Aussage: Erzähle es mir – und ich werde es vergessen. Klingt nach einem guten Start für ein tiefes Gespräch! Erzähl du ruhig was du willst, ich werde es sowieso vergessen.
Wer das Zitat kennt, der weiß auch, dass es noch weiter geht! Und zwar so:
Erzähle es mir – und ich werde es vergessen. Zeige es mir – und ich werde mich erinnern. Lass es mich tun - und ich werde es behalten.
Ich wage einfach zu behaupten, dass die Welt in der wir leben schnelllebiger ist, als im 6. Jh vor Christi, zur Zeit des guten Konfuzius. Ich für meinen Teil kann absolut unterschreiben, vieles zu vergessen. Schlaue Dinge, die mir Menschen erzählen, oder irgendetwas aus dem Leben anderer. Was studierst du nochmal? Wo kommst du her? Oh, ich dachte wir hätten uns noch nicht kennengelernt…
Und das tue ich keineswegs mit böswilligen Absichten, sondern schlichtweg aus dem Unvermögen heraus, alles behalten zu können. Vielleicht ist es auch eine Schutzfunktion meines Hirns. Etwa so: “Tobi, pass auf! Ich platz gleich. Du kannst ja mit so vielen Menschen reden wie du willst, aber ich mach jetzt Pause.” Denn wenn ich darüber nachdenke stimmt es vielleicht nicht immer, aber doch sehr häufig: Das, was mich am meisten geprägt hat sind die Dinge, die ich bei anderen Menschen sah. Etwas, was mir andere vorlebten und -leben. Was ich dann versuchte selbst zu tun, das blieb und bewegte mich. Und wenn mein Hirn das schon vorher wusste, dann konnte es getrost auch darauf verzichten alles Gehörte zu behalten. Und wenn nicht, dann weiß es zumindest jetzt Bescheid.
In der Hoffnung keinem “Konfuzius-Anhänger” auf die Füße zu treten, finde ich eine kleine Umformulierung interessant:
Erzähle es mir – und ich werde es vergessen. Leb‘ es mir vor und hindere mich nicht, es auch zu versuchen – und ich werde es behalten.
Apropos behalten. Das gilt sowohl für positive als auch für negative Dinge, die wir vorleben…
pah – Konfuzius…
Der ist doch nur dazu um sich [yet another random spruch] von dem auszuleihen um damit seinen Intellekt rauszuhängen.
Das da ist interessanter: http://www.play3.de/2009/06/15/dantes-inferno-christen-protestieren-gegen-ea%C2%B4s-werbegag/
Hallo “du”! Wenn du sagst Konfuzius ist nur eine Art Präsentierteller für den eigenen Intellekt, dann ist das ja eine Aussage, die du auf viele Dinge beziehen musst – nicht nur auf Konfuzius. Denn es ist ja immer die Frage, -wie- und mit welcher Intention du etwas verwendest. Klar, dass da oft zitierte und bekannte Personen eher zur Selbstdarstellung dienen können: der Zugang zu ihnen ist eben einfacher.
Allerdings sollten in meinen Augen bekannte Personen, die zitiert werden, nicht als Indikator für Selbstdarstellung dienen. Denn das greift zu kurz, oder? Jemanden abzustempeln, weil er jemanden zitiert, der schon x-mal zitiert wurde, mein ich. Denn die oft zitierten Personen waren eben zumeist einfach nicht dumm und das Gesagte oft wertvoll. Aber so oder so, dein Kommentar lädt auf jeden Fall zur Selbstreflektion ein!
Konfuzius (Binsen-)Weisheiten wurden erst mehrere Generationen nach seinem Tod dokumentiert, allein daraus kann man schon seine Schlüsse ziehen, was die Urheber anbelangt.
An dieser Stelle auch gleich Allison Barrows mit “It’s easier to quote poets than to read them.” – und genau nach diesem Motto handeln die meisten auch.
Dennoch “stemple ich niemanden ab”, der irgendwo mit Konfuzius hausieren geht. Bei solchen Leuten ist meistens eben nur erschreckend einfach, den wahren Grund dafür (insbesondere im Gespräch) zu finden.
Hallo!
weiß denn irgendeiner wo das zitat von konfuzius zu finden ist. in welchem werk??
grüße