Heute hat mich ein Gespräch erneut zum Nachdenken gebracht. Erneut deshalb, da es um ein Thema geht, das mich schon des Öfteren beschäftigte und prinzipiell jeden Menschen angeht: Welche Verantwortung habe ich gegenüber meinen Mitmenschen? Wie gehe ich mit den anderen Menschen auf diesem Planeten um? Und hierbei verlasse ich einmal die Grenzen Europas und blicke auf Entwicklungsländer, auf Länder, in denen Menschen in erbärmlicher Armut ums Überleben kämpfen. Zählt das Leben eines Menschen mit „westlichem Lebensstandard“ mehr, als das eines Afrikaners, der gerade wegen einer „einfachen“ Erkältung sein Leben verliert? Ist es ein Leben „eines anderen“, das weniger gilt? Das ist absurd. Und dennoch ist das Bewusstsein für eine derartig krass „andere Welt“, eben einer dritten Welt bei vielen Menschen recht überschaubar. Und hier schließe ich mich absolut mit ein! Mir geht es mehr als gut, ich habe weit mehr als ich brauche zum Leben.
Und jetzt? Was soll dieser Post bringen? Eine Runde schlechtes Gewissen produzieren und damit hat er das eigene wieder beruhigt? Darum geht es mir nicht. Aber mir ist etwas aufgegangen, von dem ich kurz schreiben möchte: Ich kann die Welt nicht retten. Kein Mensch kann das. Aber zu denken, dass der eigene bescheidene finanzielle Anteil, den ich als Student leisten kann nichts bringt, ist genau verkehrt! Genau das hielt mich immer zurück: Was hilft es, wenn ich vielleicht 8 € im Moment spende, angesichts dieser riesigen Armut? Es hilft sie zu verbessern, es hilft vielleicht einem Kind, das nun einen überlebenswichtigen Impfstoff bekommen kann, oder auf welche Art auch immer.
Vielleicht denkst du jetzt: 8 € und das Gewissen beruhigt. Eigentlich ein ganz guter Deal! Selbst wenn es so wäre, ein Gedanke dazu: Ich behaupte nicht, dass all die verarmten Menschen mein Gewissen kalt lassen. Aber selbst eine Motivation, die nicht astrein ist – wenn sie ein Leben retten kann ist sie mir herzlich willkommen!
Zum Abschluss: Ich rufe nicht dazu auf, das eigene Hab und Gut komplett zu verkaufen,
um das Geld Bedürftigen weiterzugeben. In meinen Augen dürfen wir uns an den Dingen die wir besitzen freuen, solange sie nicht uns besitzen. Solange nicht unser Herz daran hängt und unser Leben nur darin besteht mehr Dinge anzuhäufen und zu erhalten. Aber ich möchte dich und mich daran erinnern, dass wir mehr als dankbar dafür sein können, zu den 15% der Weltbevölkerung zu gehören, denen es so gut geht. Und so möchte ich mit dem Satz eines Komilitonen schließen: „Unser Reichtum verpflichtet uns.“ Er ist uns anvertraut und wenn wir einen geringen Teil davon weggeben tut es uns nicht weh, aber es hilft vielleicht einem anderen Mitmenschen, dass er einen Lichtblick und eine Chance im Leben bekommt. So einfach.
gut!